Perspektivwechsel beim reiten
Wenn Mensch und Pferd sich gegenseitig verunsichern | Vertrau JETZT Resonanzmodell

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Wenn Mensch und Pferd sich gegenseitig verunsichern: Das Vertrau JETZT Resonanzmodell

Vielleicht kennst du diese Situation:

Dein Pferd erschrickt.

Nur ganz kurz.

Eigentlich ist noch gar nichts passiert. Doch in dir verändert sich sofort etwas. Dein Körper spannt sich an. Dein Blick wird enger. Deine Gedanken springen an:

  • „Was, wenn es gleich noch einmal passiert?“
    „Was, wenn ich die Kontrolle verliere?“
    „Was, wenn mein Pferd jetzt richtig loslegt?“

Du nimmst die Zügel etwas kürzer. Dein Sitz verändert sich. Vielleicht hältst du unbewusst die Luft an.

Dein Pferd nimmt diese Veränderung wahr.

Es hebt den Kopf. Wird aufmerksamer. Vielleicht schneller. Vielleicht bleibt es stehen. Vielleicht weicht es aus oder reagiert plötzlich stärker auf etwas, das vorher gar kein Problem war.

Und in dir entsteht sofort der Gedanke:

„Ich wusste es. Irgendetwas stimmt nicht.“

Dein Körper spannt sich noch stärker an.

Dein Pferd reagiert erneut.

Und plötzlich weiß niemand mehr:

Wer hat eigentlich angefangen?

Genau hier setzt das Vertrau JETZT Resonanzmodell an.


Reitangst entsteht nicht immer nur im Kopf

Wenn Menschen über Angst beim Reiten sprechen, wird häufig sehr schnell nach einer Ursache gesucht.

Der Mensch hat Angst.

Oder:

Das Pferd ist schwierig.

Doch nach über 25 Jahren Arbeit als Mental- und Emotionscoach erlebe ich immer wieder, dass diese einfache Trennung der tatsächlichen Situation nicht gerecht wird.

Denn Mensch und Pferd beeinflussen sich gegenseitig.

  • Ein Pferd reagiert.
  • Der Mensch bewertet diese Reaktion.
  • Eine Emotion entsteht.
  • Der Körper verändert sich.
  • Die Hilfengebung verändert sich.
  • Das Pferd nimmt diese Veränderung wahr und reagiert erneut.

So kann innerhalb weniger Sekunden eine Dynamik entstehen, in der sich Unsicherheit, Anspannung und Angst gegenseitig verstärken.

Das Problem liegt dann nicht ausschließlich beim Menschen.

Und auch nicht ausschließlich beim Pferd.

Es entsteht in der Wechselwirkung zwischen beiden.


Das Vertrau JETZT Resonanzmodell

Mit dem Vertrau JETZT Resonanzmodell betrachten wir deshalb vier Ebenen:

1. Der Mensch

  • Was denkst du?
  • Was erwartest du?
  • Was befürchtest du?
  • Welche Erfahrungen bringst du mit?
  • Vielleicht bist du schon einmal gestürzt.
  • Vielleicht ist dein Pferd früher durchgegangen.
  • Vielleicht gab es eine Situation, in der du dich vollkommen hilflos gefühlt hast.
  • Oder vielleicht ist objektiv nie etwas wirklich Dramatisches passiert – und trotzdem reagiert dein System heute mit Unsicherheit.

Auch Erwartungshaltung spielt eine wichtige Rolle.

Gedanken wie:

  • „Heute muss es endlich klappen.“
  • „Ich darf keine Angst haben.“
  • „Die anderen können das doch auch.“
  • „Mein Pferd muss jetzt funktionieren.“

können enormen inneren Druck erzeugen.

Und dieser Druck bleibt nicht nur im Kopf.

Er verändert deinen Körper und dein Verhalten.


2. Die Emotion

Was passiert automatisch in dir?

Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt.

Denn viele Reiterinnen wissen rational ganz genau, was sie tun müssten.

Sie haben guten Reitunterricht.

Sie kennen die richtige Technik.

Sie wissen, wie sie sitzen sollten.

Sie wissen, dass sie atmen sollen.

Sie wissen sogar, dass ihr Pferd wahrscheinlich gar nichts „Böses“ tun wird.

Und trotzdem reagiert ihr Körper anders.

Das Herz schlägt schneller.

Die Muskulatur spannt sich an.

Der Atem wird flacher.

Der Blick sucht nach möglichen Gefahren.

Die Hände werden fester.

Genau deshalb hilft der Satz

„Entspann dich doch einfach“

so selten.

Denn eine emotionale Reaktion lässt sich nicht immer allein durch logisches Denken verändern.


3. Die Wechselwirkung

Hier liegt der Kern des Vertrau JETZT Resonanzmodells.

Was passiert zwischen dir und deinem Pferd?

Ein Beispiel:

Dein Pferd wird schneller.

Du wirst unsicher.

Du nimmst die Zügel kürzer.

Dein Körper wird fester.

Dein Pferd reagiert auf die veränderte Spannung.

Es wird noch unruhiger.

Du interpretierst das als Bestätigung deiner Sorge:

„Siehst du – ich kann ihm nicht vertrauen.“

Deine Angst steigt.

Das Pferd reagiert erneut.

So entsteht eine Rückkopplungsschleife.

Ich nenne das die:

Negative Vertrauensspirale

Sie kann zum Beispiel so aussehen:

Pferd reagiert

Mensch erschrickt oder wird unsicher

Körper spannt sich an

Hilfen verändern sich

Pferd reagiert stärker

Mensch verliert Vertrauen

Und dann beginnt die Spirale erneut.


4. Das Pferd

Was zeigt dein Pferd tatsächlich?

Diese Frage ist genauso wichtig wie die emotionale Situation des Menschen.

Denn nicht jedes Problem ist Reitangst.

Nicht jedes Verhalten eines Pferdes entsteht, weil der Mensch unsicher ist.

Und nicht jedes Pferd braucht einfach nur „mehr Vertrauen“.

Ein Pferd kann Schmerzen haben.

Es kann körperlich überfordert sein.

Es kann eine Aufgabe nicht verstanden haben.

Es kann schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Es kann Stress zeigen.

Es kann durch Training, Haltung, Ausrüstung oder gesundheitliche Faktoren beeinflusst sein.

Genau deshalb halte ich es für problematisch, jedes Verhalten vorschnell psychologisch zu erklären.

Manchmal braucht der Mensch Coaching.

Manchmal braucht das Pferd Training.

Manchmal braucht es eine medizinische oder körperliche Abklärung.

Und manchmal braucht es einen gemeinsamen Blick auf das gesamte System.


Wenn Mensch und Pferd sich gegenseitig hochschaukeln

Ein typisches Beispiel aus meiner Arbeit:

Eine Reiterin sagt:

„Mein Pferd ist so schreckhaft geworden.“

Schauen wir genauer hin, kann sich eine andere Dynamik zeigen.

Das Pferd reagiert auf einen Reiz.

Die Reiterin erwartet bereits die nächste Reaktion.

Ihr Blick beginnt die Umgebung zu kontrollieren.

Ihr Körper wird fester.

Das Pferd nimmt die Veränderung wahr und wird ebenfalls aufmerksamer.

Die Reiterin interpretiert genau diese Aufmerksamkeit als Gefahr.

Und schon beginnt die Spirale.

Das bedeutet nicht, dass die Reiterin „schuld“ ist.

Und es bedeutet auch nicht automatisch, dass das Pferd schwierig ist.

Es bedeutet:

Zwischen beiden hat sich eine Dynamik entwickelt, die sich selbst verstärkt.


Aus der negativen kann eine positive Vertrauensspirale werden

Die gute Nachricht ist:

Eine Wechselwirkung kann sich auch in die andere Richtung entwickeln.

Wir nennen das die:

Positive Vertrauensspirale

Sie kann so aussehen:

Pferd reagiert

Mensch reguliert sich und bleibt handlungsfähig

Körper bleibt beweglich und offen

Kommunikation bleibt klar

Pferd findet Orientierung

Mensch erlebt Sicherheit und Vertrauen

Das Entscheidende ist:

Das Ziel ist nicht, dass dein Pferd nie wieder reagiert.

Das wäre unrealistisch.

Pferde sind Lebewesen.

Sie erschrecken sich.

Sie haben gute und schlechte Tage.

Sie reagieren auf ihre Umwelt.

Und auch du wirst nicht in jeder Situation vollkommen entspannt sein.

Das Ziel ist vielmehr:

Dass eine Reaktion nicht automatisch die gesamte Spirale in Gang setzt.


Warum normales Reittraining manchmal nicht ausreicht

Diese Frage wird mir häufig gestellt:

„Warum hilft mir normales Reittraining nicht gegen meine Angst?“

Meine Antwort:

Weil Reittraining und Emotionscoaching unterschiedliche Ebenen ansprechen können.

Im Reitunterricht lernst du zum Beispiel:

  • deinen Sitz zu verbessern
  • klarere Hilfen zu geben
  • dein Pferd besser zu gymnastizieren
  • Übergänge zu reiten
  • Situationen reiterlich zu lösen

Das ist wichtig.

Aber wenn dein emotionales System in einer bestimmten Situation automatisch Alarm auslöst, kann es passieren, dass du dein Wissen plötzlich nicht mehr abrufen kannst.

Du weißt, was du tun solltest.

Aber du kannst es in diesem Moment nicht umsetzen.

Genau hier braucht es manchmal einen anderen Ansatz.


Warum Insa und Svenja gemeinsam hinschauen

Genau aus diesem Grund arbeiten wir auf dem Nobbenhof aus zwei unterschiedlichen Perspektiven.

Meine Perspektive als Mental- und Emotionscoach

Ich schaue unter anderem auf:

  • emotionale Reaktionen
  • Ängste und Unsicherheiten
  • innere Stressmuster
  • frühere Erfahrungen
  • Erwartungshaltung
  • Leistungsdruck
  • Kontrollverhalten
  • automatische Reaktionen des emotionalen Systems

Svenjas Perspektive als Pferdetrainerin

Svenja schaut unter anderem auf:

  • Verhalten des Pferdes
  • Kommunikation
  • Stresssignale
  • Missverständnisse
  • Trainingsstand
  • Reaktionen auf den Menschen
  • erlernte Verhaltensmuster
  • praktische Lösungswege im Training

Und gemeinsam schauen wir auf die entscheidende Frage:

Was passiert zwischen Mensch und Pferd?

Denn manchmal verändert sich das Pferd, wenn der Mensch sich verändert.

Und manchmal kann der Mensch erst wieder Vertrauen entwickeln, wenn das Verhalten des Pferdes verständlicher und berechenbarer wird.


Ein Beispiel: Angst vor dem Galopp

Eine Reiterin hat Angst vor dem Galopp.

Die klassische Erklärung wäre:

„Sie muss einfach mehr galoppieren.“

Doch was, wenn die eigentliche Dynamik anders aussieht?

Die Reiterin erwartet, dass das Pferd zu schnell wird.

Noch vor dem Angaloppieren spannt sie sich an.

Das Pferd reagiert auf diese Spannung.

Der Übergang wird hektisch.

Die Reiterin erlebt:

„Genau davor hatte ich Angst.“

Beim nächsten Versuch steigt die Erwartungsangst bereits früher.

Hier reicht es möglicherweise nicht, einfach häufiger zu galoppieren.

Wir müssen verstehen:

  • Was erwartet die Reiterin?
  • Wann beginnt ihre emotionale Reaktion?
  • Was verändert sich in ihrem Körper?
  • Wie reagiert das Pferd darauf?
  • Was braucht das Pferd reiterlich?
  • Was braucht der Mensch emotional?

Erst dann arbeiten wir an der tatsächlichen Dynamik.


Ein Beispiel: Das „Problempferd“

Auch hier lohnt sich ein genauer Blick.

Ein Pferd bleibt stehen.

Geht rückwärts.

Steigt vielleicht.

Wird hektisch.

Verweigert den Hänger.

Oder lässt sich in bestimmten Situationen kaum noch kontrollieren.

Schnell entstehen Etiketten:

„Dominant.“

„Stur.“

„Respektlos.“

„Problempferd.“

Doch Verhalten hat eine Funktion.

Deshalb fragen wir:

Was zeigt das Pferd?

Was passiert unmittelbar vorher?

Wie reagiert der Mensch?

Was erwartet der Mensch bereits?

Welche Erfahrungen haben beide miteinander gemacht?

Und:

Welche Dynamik wiederholt sich immer wieder?


Vertrauen bedeutet nicht, dass nie etwas passiert

Für mich ist das ein ganz wichtiger Punkt.

Vertrauen bedeutet nicht:

„Mein Pferd wird niemals erschrecken.“

Vertrauen bedeutet auch nicht:

„Ich habe nie wieder Angst.“

Und Vertrauen bedeutet schon gar nicht:

„Ich muss einfach positiv denken.“

Vertrauen bedeutet für mich:

Ich kann auch dann handlungsfähig bleiben, wenn etwas nicht perfekt läuft.

Genau darin liegt ein entscheidender Unterschied.


Manchmal liegt die Lösung nicht auf einer Seite

Nach über 25 Jahren Arbeit mit emotionalen Prozessen weiß ich:

Menschen sind komplex.

Pferde ebenfalls.

Und Beziehungen zwischen Mensch und Pferd erst recht.

Deshalb suchen wir nicht vorschnell nach Schuld.

Wir fragen nicht:

„Wer macht es falsch?“

Sondern:

„Was passiert hier gerade?“

„Was verstärkt sich gegenseitig?“

„Wo können wir die Spirale unterbrechen?“

„Was braucht der Mensch?“

„Was braucht das Pferd?“

Denn manchmal liegt die Lösung nicht beim Menschen.

Manchmal nicht beim Pferd.

Sondern dazwischen.


Vertrau JETZT – Mensch und Pferd gemeinsam verstehen

Mit unseren Vertrau JETZT Angeboten verbinden wir Mental- und Emotionscoaching mit einem differenzierten Blick auf Pferdeverhalten, Kommunikation und Training.

Unser Ziel ist nicht, dass du einfach nur „mutiger“ wirst.

Und auch nicht, dass dein Pferd einfach nur „funktioniert“.

Unser Ziel ist:

mehr Verständnis für dich und dein Pferd

mehr Klarheit in eurer Kommunikation

mehr Vertrauen in eure gemeinsame Entwicklung

mehr Leichtigkeit im Alltag und im Training

Denn Vertrauen entsteht nicht durch Druck.

Vertrauen entsteht in Beziehung.

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